Windjammer “Kruzenshtern” in Sassnitz

KruzenshternOb Adam Ritter von Krusenstern Deutscher, Schwede oder Russe war, beschäftigt heute im zusammenwachsenden Europa nicht allzu viele Gemüter. Er wurde 1770 im heutigen Estland als Balten-Deutscher geboren und führte die erste Weltumseglung unter russischer Flagge im Auftrag des russischen Zaren Alexander 1. durch.

Ein passender Namenspatron für einen der schönsten und größten Windjammer der Welt, der 1926 in Geestemünde (heute Bremerhaven) für die Hamburger Reederei Laeisz auf den Namen Padua getauft wurde. Dieser Stapelauf markierte das Ende einer fast 5000-jährigen Technik-Entwicklung: es war der letzte große Frachtseegler-Neubau in Deutschland. Frachtfahrende Windjammer wurden seit Beginn des 20. Jahrhunderts durch schnelle Dampf- und Motorschiffe verdrängt, waren aber noch rentabel, solange Arbeitskraft billig war.

Reeder Ferdinand Laeisz in Hamburg hatte das Schiff als kombiniertes Fracht- und Schulschiff mit Platz für 40 Kadetten in Auftrag gegeben. Wie fast alle Laeisz-Schiffe, wurde die Padua in der Salpeter- und Weizenfahrt eingesetzt. Auch die Padua machte der Bezeichnung “Flying P-Liner” alle Ehre.

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1933 segelte die Padua in nur 67 Tagen von Hamburg nach Wallaroo (Australien). Am 8. Juli 1939 kam die Padua von ihrer letzten Australien-Reise zurück. 1942 stand der Schauspieler Hans Albers am Ruderrad der aufgelegten Padua und sang “La Paloma”.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Viermastbark den Britischen Besatzungsbehörden übergeben und 1946 an die UdSSR abgeliefert. Seit 1955 ist der Windjammer nach Umbaute unter dem Namen Kruzenshtern Schulschiff für zukünftige Nautiker und Schiffsingenieure der russischen Fischereiflotte. Heimathafen ist Kaliningrad, Sitz der Baltischen Akademie der Fischereiflotte.

Seit 1991 nimmt die KRUZENSHTERN auch Windjammerenthusiasten auf ihre Ausbildungsreisen mit. (Quelle / Infos unter www.tallshipfriends.de)

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